Angelika Silber, MSc.

elemente des lebens

Praxis für psychosoziale Beratung & Atembegleitung

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Warum viele Menschen beim Gedanken an Wasserentspannung kalte Füße bekommen...

Alles Leben kommt aus dem Wasser.

[…] Geschützt durch die Gebärmutter erfährt der Mensch im Fruchtwasser, in dem er bis zu seiner Geburt selig im körperwarmen Naß schwebt, Einheit, Sicherheit und Geborgenheit und bereitet sich auf seinen späteren Weg in der polaren Welt vor. [...] In diesem paradiesischen Zustand müssen wir uns um nichts kümmern, wir dürfen uns diesem Gefühl einfach nur hingeben. Fehlt es uns an Ur-Vertrauen während dieser Zeit, taucht später oft ein Mangel an Selbstvertrauen auf.

 

[…] 3/4 unseres Körpers bestehen bei unserer Geburt aus Wasser und immerhin noch 2/3 im Erwachsenenalter. Sogar das Zellinnere besteht überwiegend aus Wasser und selbst die Zellen und Moleküle unserer Körperflüssigkeiten schwimmen im Wasser. 2/3 der Erdoberfläche bestehen aus Wasser.[...] (Dr. Ruediger Dahlke in "Die Leichtigkeit des Schwebens") Keinem anderen Element sind wir so nahe wie dem Wasser.

 

Wasser wird auch das Seelenelement genannt.

Schon der Volksmund sagt: "Wasser schleift den härtesten Stein." Und hier nähern wir uns bereits des Pudels Kern. Intuitiv wissen wir, dass Wasser auch unsere Schutzpanzer und Mauern zu durchbrechen weiß. Das es uns "weich" macht und unsere Seele berührt.

 

In meiner Praxis begann ich Klienten beim Vorgespräch nach deren Bezug zu Wasser zu fragen. Nach einiger Zeit stellte ich fest, dass die Antworten auf simple bildhafte Fragestellungen oft in verblüffender Weise Aufschluß über die allgemeine Haltung zum Umgang mit seelischen und emotionalen Themen geben. Unser Bezug zu Wasser spiegelt somit oft unsere Haltung zum Leben wider.

 

Und beinahe jeder von uns, hat in der frühen Kindheit mehr oder wenige traumatische Erfahrungen mit Wasser gemacht: ob er nun als Kind ins Schwimmbecken fiel oder gestoßen wurde, bei Wellengang im Meer Wasser schluckte, bei den ersten Schwimmversuchen "unterging"... Diese Erfahrungen prägen unser Verhalten und erschweren den Traum, uns mit geschlossenen Augen und vor allem völlig passiv dem Wasser an-zu-vertrauen und hinzugeben. Doch genau darum geht es, wenn wir von ihm getragen werden wollen. Je ängstlicher wir sind, je weniger Urvertrauen wir haben, desto sicherer gehen wir unter.

 

Die Transparenz des Wassers macht auch uns "durchsichtiger".

Eine Parabel: stehen wir am Ufer eines Sees, können wir alles oberhalb der Wasseroberfläche wahrnehmen, aber nicht, was uns unter Wasser erwartet. Möglicherweise eine wunderschöne Unterwasserlandschaft oder aber Schlamm und Dunkelheit. Wir versuchen vielleicht uns ein Bild davon zu machen, wissen werden wir es aber nur, wenn wir hinabtauchen. Diese Grenze zu überwinden erscheint vielen Menschen unmöglich. Bei uns selbst ist es nicht anders. Wir entscheiden, ob wir lieber am Ufer stehen, uns in einem sicheren Boot über unser Seelenwasser bewegen, vielleicht doch lieber schwimmen oder uns gar in die Tiefe unserer eigenen Seele wagen.

 

Alles oberhalb der Wasseroberfläche liegt im Licht, im Bewussten, an der Luft (männl. Pol). Alles unterhalb der Wasseroberfläche könnte also mit dem Schatten, dem Unbewußten, mit dem Wasser (weibl. Pol), unseren Gefühlen gleichgesetzt werden. Und wir leben heute in einer sehr vom männlichen Pol bestimmten Welt. Wir bestreiten unser Da-Sein in einer Leistungsgesellschaft, stehen in allen Bereichen des Lebens mächtig unter Druck, der weiter anwächst. Wir hetzen durchs Leben, stets bemüht, zu entsprechen, abzuliefern und zu funktionieren. Für Emotionen ist bereits viel zuwenig Platz, die Oberflächlich-keit nimmt zu. Glücklich dürfen sich all jene schätzen, die nach wie vor auf ein soziales Umfeld verweisen können, dass sie auffängt, ihnen Geborgenheit und Wärme gibt.

 

Wasser läßt uns ehrlich werden, es konfrontiert uns mit uns selbst.

Wir dürfen endlich unsere Masken, Rüstungen, Panzer, Mauern und Kontrolle ablegen und uns einfach nur passiv hingeben und loslassen. Einfach nichts tun. Doch was wir nicht kennen, macht uns oft Angst. Und wo die Angst ist, ist der Weg. Auch im Wasser haben wir gelernt aktiv zu sein, zu rudern, zu schwimmen, zu tun und zu machen. Können Sie sanft und schwerelos darin schweben? Wie fühlt es sich an, sich tragen zu lassen und das Wasser auf der Haut zu spüren oder in die Stille abzutauchen?

 

Die Macht des Wassers wird uns bewußt, wenn wir von Überschwemmungen oder meterhohen Flutwellen lesen, denen nur wenig standhält von dem wir vielleicht dachten, dass es unverwüstlich sei. Wir fürchten Wasserkatastrophen mehr als das Feuer oder den Sturm - es kommt plötzlich, schnell und unaufhaltsam, ist unkontrollierbar. Durch künstliche Fluss- und Bachläufe versuchen wir zwar es in eine Form zu zwingen, scheitern aber kläglich, wenn sich das Wasser dennoch seinen Weg bahnt, über die Ufer tritt, Äcker plötzlich brachliegen oder aber unter Wasser stehen. Ob es das kleine Bächlein im Wald ist, der stetig dahin fließende Strom, der reißende Fluß, die unendlichen Weiten und Tiefen des Meeres, Brandungswellen an den Klippen, ein Wasserfall, prasselnder, reinigender Regen, eine Pfütze auf dem Weg, die spiegelnde Oberfläche eines stillen Waldsees... Wasser berührt unser innerstes Wesen.

   

ã Text: elemente des lebens . Angelika Silber .  August 2010

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Literaturtipp: "Die Botschaft des Wassers", "Schwebend die Leichtigkeit des Seins erleben"


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